Freitag, der 13., gilt gemeinhin als Unglückstag – doch der 13. März 2026 zeigte einmal mehr, dass er auch für konstruktiven Austausch und zukunftsweisende Gespräche stehen kann. Im Rahmen eines Treffens mit Bundesumweltminister Carsten Schneider bot sich die Gelegenheit, zentrale Anliegen der Baupraxis direkt zu adressieren. Neben persönlichen Gesprächen wurde auch eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft sowie entlang der gesamten Wertschöpfungskette Bau geführt.
Im Mittelpunkt der anschließenden Diskussion standen drei Themen, die die Branche derzeit besonders intensiv beschäftigen:
Unterschiedliche Bauordnungen der Bundesländer
Die Vielfalt landesspezifischer Regelungen stellt Bauunternehmen in der täglichen Praxis vor erhebliche Herausforderungen. Unterschiedliche Bauordnungen bedeuten zusätzlichen Planungsaufwand, steigende Kosten und geringere Planungssicherheit. Zwar unterstützt der Bund Bestrebungen zur Vereinheitlichung – maßgeblich bleibt jedoch die Zustimmung der Länder im Bundesrat.
Zirkularität im Bau und im Vergaberecht
Zirkuläres Bauen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Aspekte wie Wiederverwendbarkeit von Baustoffen, die Berücksichtigung von Material-Restwerten und geschlossene Stoffkreisläufe sind in bestehenden Bewertungs- und Vergabesystemen jedoch noch nicht ausreichend verankert. Dabei bieten gerade diese Ansätze erhebliche ökologische und wirtschaftliche Potenziale für die Bauwirtschaft.
Umsetzung der Ersatzbaustoffverordnung
Die Zielrichtung der Verordnung wird von der Branche grundsätzlich unterstützt. In der praktischen Umsetzung besteht jedoch weiterhin Verbesserungsbedarf: Insbesondere mehr Rechtssicherheit und weniger bürokratische Hürden sind erforderlich, um den Einsatz von Recyclingmaterialien im Baualltag deutlich zu stärken.
Gemeinsames Ziel: Lösungen aus der Praxis heraus entwickeln
Das zentrale Fazit der Veranstaltung: Die Dialogbereitschaft auf politischer Ebene ist vorhanden. Entscheidend wird nun sein, dass Politik, Verwaltung und Baupraxis gemeinsam tragfähige und praxistaugliche Lösungen erarbeiten.
Der Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e. V. bringt sich aktiv in diesen Prozess ein – mit dem klaren Ziel, die Rahmenbedingungen für nachhaltiges, effizientes und wirtschaftliches Bauen weiter zu verbessern.