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Jahresauftaktveranstaltung der Bauindustrie Hessen 2026

Unter dem Leitthema „INS MACHEN KOMMEN! BAUEN HEISST ENTSCHEIDEN.“ fand am 15. Januar 2026 die Jahresauftaktveranstaltung des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen e.V. (BIV Mitte) im Scandic Frankfurt Museumufer statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Bauwirtschaft, Politik und Wissenschaft kamen zusammen, um zu Beginn des Jahres zentrale Entwicklungen der Branche einzuordnen und Perspektiven für die kommenden Monate zu diskutieren.

 

Perspektiven zum Jahresbeginn

Nach einem ersten Austausch eröffnete Jochen Wachenfeld-Teschner, Präsident des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen e.V., die Veranstaltung. In seiner Begrüßung ging er auf die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Bauindustrie ein und unterstrich die Bedeutung verlässlicher Entscheidungen. Gerade in einer Phase erhöhter Unsicherheit komme es darauf an, vorhandene Handlungsspielräume zu nutzen und Investitionen nicht weiter aufzuschieben. Er betonte die volkswirtschaftliche Bedeutung der Bauindustrie: „Die hessische Bauwirtschaft ist ein verlässlicher Arbeitgeber für gut 33.000 Beschäftigte und mit einem Umsatz von etwa neun Milliarden Euro jährlich ein Grundpfeiler der Volkswirtschaft im Land. Die Unternehmen der Bauwirtschaft sind unverzichtbar für die Bewältigung einer Vielzahl unserer gesellschaftlichen Herausforderungen. Aber in Hessen ist die Bauproduktion real rückläufig. Wir müssen jetzt die Investitionen in Verkehrswege, kommunale Infrastruktur und Wohnungsbau schnell realisieren. Worten müssen Taten folgen!“
 

Politischer Rahmen: Tempo, Haltung und Wohnungsbau

Mit einem Grußwort wandte sich Kaweh Mansoori, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, an die Teilnehmenden. Er appellierte an einen notwendigen Mentalitätswechsel im Umgang mit Planungs- und Entscheidungsprozessen. Als Beispiel führte er den Ersatzneubau der Brücke in Bad König an der B 45 an: Innerhalb des bestehenden gesetzlichen Rahmens sei es gelungen, die Maßnahme in vier Monaten umzusetzen – statt der sonst üblichen rund 40 Monate. Dieses Vorgehen zeige, dass Verfahren deutlich beschleunigt werden können, wenn alle Beteiligten konsequent an einem Strang ziehen.

Mit Blick auf den Wohnungsmarkt betonte Mansoori zudem, dass Wohnen für alle bezahlbar bleiben müsse. Regulierung allein könne dieses Ziel nicht erreichen. Die aus seiner Sicht wirksamste Mietpreisbremse sei ein funktionierender und verlässlicher Wohnungsbau, der ausreichend Angebot schafft.
 

Volkswirtschaftliche Einordnung

Einen analytischen Schwerpunkt setzte der Vortrag von Prof. Dr. Stefan Kooths, Direktor des Forschungszentrums Konjunktur und Wachstum am Institut für Weltwirtschaft Kiel. Er verwies auf eine seit sechs Jahren anhaltende Seitwärtsbewegung der wirtschaftlichen Produktion und sprach von einem faktischen Produktionsstillstand. Vor diesem Hintergrund seien die Wachstumsperspektiven ungünstig, weshalb die Rahmenbedingungen für Produktion grundlegend überprüft und angepasst werden müssten.

Kritisch äußerte sich Prof. Kooths zur zunehmenden Staatsquote bei Investitionen, die er aus volkswirtschaftlicher Sicht als problematisch bewertete. Ebenso thematisierte er das Energieeffizienzgesetz, das aus seiner Sicht zu einer faktischen Deckelung der Energieproduktion in Deutschland führe. Dies betreffe nicht nur konventionelle Energieträger, sondern begrenze auch den Ausbau erneuerbarer Energien. Das Gesetz müsse daher ersatzlos gestrichen werden, um Wachstumshemmnisse abzubauen.
 

Austausch im persönlichen Gespräch

Im Anschluss an die Vorträge bot ein gemeinsames Get-Together Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Die Teilnehmenden nutzten den Rahmen, um die angesprochenen Themen zu vertiefen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und Gespräche fortzusetzen.

Veranstalter des Jahresempfangs waren neben dem Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V. der Verband Beratender Ingenieure (VBI) mit den Landesverbänden Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, die Unternehmerverbände STEINE I ERDEN I KERAMIK Hessenbeton e.V., der Industrieverband Steine und Erden e.V., der Verband der Transportbeton und Mörtelindustrie Hessen – Rheinland-Pfalz e.V., der Fachverband Ziegelindustrie Südwest e.V. un der vero – Verband der Bau- und Rohstoffindustrie e.V.

 

Pressestimmen:

▶ Frankfurter Rundschau: https://www.fr.de/rhein-main/landespolitik/hessen-handwerk-und-bauwirtschaft-zwischen-optimismus-und-unsicherheit-94124775.html?utm_source=_shared&utm_medium=west&utm_campaign=interactionbar