Bauindustrieverband Hessen-Thüringen: Aus Investitionsmilliarden müssen planbare Bauaufträge werden
Deutschland steht vor einer umfassenden Modernisierung seiner Infrastruktur. Entscheidend ist jetzt, dass die bereitgestellten Mittel zügig in finanzierte, baureife und terminierte Projekte überführt werden. Nur eine langfristig verlässliche Projektpipeline gibt Bauunternehmen die notwendige Planungssicherheit, um in Personal, Technik und zusätzliche Kapazitäten zu investieren.
Wie bedeutend eine leistungsfähige Infrastruktur für den Wirtschaftsstandort ist, zeigt die aktuelle Studie „Vom Wachstumshemmnis zum Wachstumstreiber“ des Handelsblatt Research Institute mit PwC Deutschland und Strategy&. Dafür wurden 304 Entscheiderinnen und Entscheider aus Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten befragt.
76 Prozent geben an, dass die Qualität der Infrastruktur ihr Investitionsverhalten in Deutschland stark beeinflusst. Bei einer erfolgreichen Modernisierung rechnen 44 Prozent mit steigenden Investitionen ihres Unternehmens. Den Infrastrukturbedarf der kommenden Dekade beziffert die Studie insgesamt auf rund 1,9 Billionen Euro.
Kapazitäten benötigen Planungssicherheit
Die Studie warnt zugleich davor, dass eine zeitliche und räumliche Ballung zahlreicher Vorhaben auf begrenzte Kapazitäten in Planung, Verwaltung und Bauwirtschaft treffen könnte. Aus Sicht des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen lässt sich dieser Herausforderung mit einer frühzeitigen und verlässlichen Koordination der Projekte begegnen.
„Aus Investitionsmilliarden müssen planbare Bauaufträge werden. Nur mit einer verlässlichen Projektpipeline können die Unternehmen zusätzliche Kapazitäten aufbauen“, erklärt Dr. Burkhard Siebert, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen.
Auch in Hessen und Thüringen müssen die verfügbaren Investitionsmittel zügig in konkrete Projekte für Straßen, Brücken, Schienenwege, Energie- und kommunale Infrastruktur überführt werden. Dafür sind Bund und Länder ebenso gefordert wie öffentliche Auftraggeber und Infrastrukturgesellschaften. Auch die Kommunen müssen finanziell und personell in die Lage versetzt werden, Projekte vorzubereiten und umzusetzen.
Aus Sicht des Verbandes sind insbesondere vier Schritte notwendig:
- eine transparente, priorisierte und langfristig finanzierte Projektpipeline,
- schnellere und durchgängig digitale Planungs- und Genehmigungsverfahren,
- leistungsfähige und personell ausreichend ausgestattete öffentliche Auftraggeber sowie
- praxisgerechte Vergabeverfahren, die Qualität, Innovation und eine zügige Umsetzung ermöglichen.
Die bereitgestellten Mittel können einen wichtigen Impuls für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit auslösen. Ihre Wirkung entfalten sie aber erst, wenn Finanzierung, Planung, Vergabe und Umsetzung zuverlässig ineinandergreifen.
Die vollständige Studie ist auf der Website von PwC Deutschland abrufbar.