Mit der Übergabe der Eckpunkte des Baupakets II durch die Kommission Innovation im Bau wird ein weiterer zentraler Schritt zur Modernisierung des Bauens in Hessen eingeleitet. Der Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e. V. begrüßt diesen Ansatz ausdrücklich.
Bereits beim Baupaket I hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, Wirtschaft und Verbände frühzeitig in Reformprozesse einzubinden. Als Mitglied der Kommission haben wir aktiv die Perspektive der Bauwirtschaft vertreten und praxisnahe Vorschläge eingebracht, die auf die tatsächlichen Herausforderungen im Baualltag reagieren. Ziel ist es, das Bauen einfacher, schneller und kostengünstiger zu machen und damit die Voraussetzungen für mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Während das Baupaket I, das am 14. Oktober 2025 in Kraft getreten ist, insbesondere Regelungen der Hessischen Bauordnung betrifft, richtet sich der Fokus des Baupakets II auf technische Standards und Abläufe. Diese spielen eine entscheidende Rolle, da sie den Wohnungsbau häufig unnötig verteuern oder verzögern.
Konkret greift das Baupaket II unter anderem folgende Punkte auf:
- Erleichterungen bei den Schallschutzanforderungen, insbesondere bei Dachausbauten und Aufstockungen,
- praxisnahe Regelungen zur Barrierefreiheit: Bei Aufstockungen und dem Ausbau von Dachgeschossen soll Barrierefreiheit nicht zwingend hergestellt werden müssen, wenn das bestehende Gebäude nicht über einen Aufzug verfügt,
- eine generelle Überprüfung technischer Standards mit dem Ziel, notwendige Schutzanforderungen zu erhalten, aber Überregulierung abzubauen.
Dabei bleiben klare Leitplanken bestehen: Brandschutz, Standsicherheit und grundlegende Schutzfunktionen werden weiterhin uneingeschränkt gewährleistet. Gleichzeitig soll das Bauen im Bestand gestärkt werden, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, ohne neue, kostenintensive Grundstücke erschließen zu müssen.
Aus Sicht des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen e. V. ist das Baupaket II ein richtiger und notwendiger Schritt. Durch unsere aktive Mitwirkung in der Kommission konnten wir sicherstellen, dass die Vorschläge praxisnah und branchenrelevant sind. Sie zeigen, dass das Hessische Wirtschaftsministerium bereit ist, bestehende Regelwerke kritisch zu hinterfragen und gemeinsam mit den Akteuren der Bauwirtschaft Lösungen zu entwickeln. Entscheidend wird nun sein, die vorgeschlagenen Maßnahmen zügig zu prüfen, rechtssicher auszugestalten und praxisgerecht umzusetzen – damit „gut und günstig bauen“ in Hessen tatsächlich möglich wird.
Fotonachweis: © HMWVW