Heute und morgen – am 13. und 14. August 2025 – startet das 8. Frankfurter BIM-Symposium, veranstaltet vom BIM-Cluster Hessen e.V. unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum sowie Hessen Mobil.
Digitalisierung trifft Infrastruktur: Fokus auf Verkehrsbrücken
Ein zentrales Thema im Vortrag von Kathrin Brückner, der Vizepräsidentin von Hessen Mobil, ist der Einsatz von Building Information Modeling (BIM) zur Digitalisierung aktueller Infrastrukturen in einem konkreten Pilotprojekt:
- Hessen Mobil ist verantwortlich für rund 4.955 Brücken im hessischen Straßennetz.
- Diese sollen nun gescannt und als Punktwolken modelliert werden.
- Ziel: Eine möglichst präzise Bestandsaufnahme, die als Grundlage dient, um fundierter über Sanierungsmaßnahmen und zukünftige Nutzungspotenziale zu entscheiden.
Warum Punktwolken eine wichtige Rolle spielen
Punktwolken sind digitale 3D-Darstellungen, die aus Laser- oder photogrammetrischen Scans entstehen. Sie erlauben es, das exakte Ist-Gebilde eines Bauwerks räumlich hochauflösend abzubilden. Für Brücken heißt das:
- Zustandsanalysen werden genauer: Schäden, Deformationen oder Abnutzungen sind digital erfassbar und visualisierbar.
- Sanierung zielgerichtet planen: Ressourcen, Materialien und Zeit können effizienter eingesetzt werden.
- Neue Nutzungsszenarien entwickeln: Möglich wird beispielsweise die adaptive Wiedernutzung in verkehrspolitischen oder städtebaulichen Konzepten.
BIM als „digitaler Zwilling“ für die Infrastruktur
Das Symposium unterstreicht den Anspruch, mit BIM einen „Digitalen Zwilling“ eines Bauwerks abzubilden – von Planung über Bau bis hin zu Betrieb und Instandhaltung. Brückner betont: Mit ersten Pilot- und Standardprojekten zeigt Hessen Mobil, wie digitale Planungsprozesse Qualität steigern und gleichzeitig Zeit sowie Ressourcen sparen.
Agenda-Highlights der kommenden zwei Tage
Das Programm ist so gestaltet, dass die Digitalisierung der Bauwirtschaft sowohl theoretisch als auch praktisch beleuchtet wird:
- Eröffnung von Staatssekretärin Ines Fröhlich vom Hessischen Wirtschaftsministerium
- Vorträge zur BIM-Methodik, u.a. im Bundesfernstraßenbau sowie bei Stadt Wiesbaden
- Themeninseln am Nachmittag – etwa zu Infrastrukturthemen, BIM auf der Straße, Geodäsie, Lean/Nachhaltigkeit in der TGA – laden zur vertieften Diskussion ein.
- Verleihung des BIM-Award 2025 mit Networking-Abend am 14. August.
Das Symposium zeigt eindrucksvoll, wie BIM als zukunftsweisender Ansatz in der Bauwirtschaft zum Einsatz kommt – insbesondere für öffentliche Infrastrukturen. Die Erfassung von Brücken als Punktwolken ist nicht nur technologisch anspruchsvoll, sondern bietet auch klare Vorteile in Planung, Sanierung und nachhaltigem Betrieb.