Hessisch-thüringer Bauwirtschaft fordert verlässliche Rahmenbedingungen von der Politik

Rund 200 Gäste sind am Donnerstagabend zur Jahresauftaktveranstaltung nach Frankfurt gekommen, um sich über aktuelle und branchenrelevante Themen auszutauschen.

Frankfurt, 25. Januar 2019.  Dem Wohnungsbau will der hessische Wirtschaftsminister mehr Bedeutung in der aktuellen  Legislaturperiode beimessen. Das sagte Tarek Al-Wazir am Donnerstagabend bei der Jahresauftaktveranstaltung der hessisch-thüringer Bauwirtschaft. Außerdem versprach Al-Wazir die finanziellen Mittel für die Infrastruktur zu erhöhen. Zu dem Branchentreffen sind rund 200 Gäste aus Branche, Politik und Wirtschaft nach Frankfurt gekommen, um sich über aktuelle und branchenrelevante Themen auszutauschen. Bereits zum fünften Mal luden der der Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V.,  Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V., der Verband beratender Ingenieure sowie der Bund Deutscher Baumeister Architekten und Ingenieure (BDB) Frankfurt Rhein Main e.V. gemeinsam zur Jahresauftaktveranstaltung ein.

„Wir haben das Ziel, dass alle Menschen in Hessen eine gute Wohnung zu einem bezahlbaren Preis finden können. Das heißt, wir wollen den starken Anstieg der Mieten bremsen. Dazu sind viele Akteure notwendig. Die Landesregierung wird ihren Teil mit dem umfassendsten Maßnahmenpaket beitragen, das es in Hessen je gegeben hat“, sagte der hessische Wirtschaftsminister, Tarek Al-Wazir. Den sozialen Wohnungsbau will er zudem weiter stärker fördern: „Auch künftig soll kein Förderantrag für sozialen Wohnungsbau aus finanziellen Gründen abgelehnt werden. Deshalb werden wir die Mittel nochmals erhöhen.“

Darüber hinaus sieht er den Bedarf im Ausbau der Infrastruktur und versprach, die finanziellen Mittel entsprechend anzupassen. „Auch den Straßenbauetat werden wir weiter steigern. Für die Umsetzung brauchen wir eine starke Bauwirtschaft“, sagte Al-Wazir.

Stefan Roth, Präsident des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen e.V.,  sprach über die Herausforderungen der Branche. „Wir müssen uns mit Themen wie Kapazitätsengpässen, Digitalisierung, Fachkräftemangel, Planungsbeschleunigung, gesetzlichen Vorgaben oder auch den international angespannten Handelsbeziehungen auseinandersetzen“, sagte er eingangs. Die Baubranche benötige dafür verlässliche Rahmenbedingungen aus der Politik, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. „Das stetige Wachstum der Branche beweist, dass wir leistungsfähig sind und damit als wichtiger Baustein der Konjunktur für wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand sorgen“, stellte er die Relevanz der Branche heraus.

Der Vize-Präsident des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V., Ottmar W. Schütz, forderte Verbesserungen von der Politik: „Hessen ist ein wirtschaftlich starkes Land. Das soll auch so bleiben. An wichtigen Stellen im Land aber sind Verbesserungen notwendig: Vor allem beim Wohnungsbau, aber auch in der Verkehrspolitik. In beiden Bereichen geschah in den vergangenen fünf Jahren nicht genug.“ Enttäuschend sei aus Sicht der baugewerblichen Unternehmer die Absage an die Senkung der Grunderwerbssteuer im Koalitionsvertrag.